2. – 4. Schuljahr

Patrick Singrün

Völkerball: Jeder darf mitspielen!

Spielvarianten für mehr Teilhabe

Völkerball ist wohl der Klassiker im Sportunterricht schlechthin: Das Spiel lebt von einer großen Spannung, ist einfach zu organisieren und bei vielen Kindern beliebt. Oft wird es jedoch als „Ausscheiderspiel für Leistungsschwächere kritisiert dieser Beitrag zeigt Varianten des Spiels, die alle teilhaben lassen.

Die Grundidee des Völkerballspiels ist einfach: Die Klasse wird in zwei Mannschaften eingeteilt, das Spielfeld in zwei Felder. Als Ball empfiehlt sich für Kinder und Anfänger ein Softball mit Elefantenhaut. Jede Mannschaft platziert drei Grenzwächter (Könige/Häuptlinge) im Außenbereich um das gegnerische Spielfeld. Ziel ist es, die Gegner im Innenfeld abzuwerfen. Treffer müssen direkt (ohne Aufsetzer) erfolgen. Ein getroffener Spieler muss sich zu den Grenzwächtern seiner Mannschaft begeben. Von dort aus kann er Spieler abwerfen oder die Bälle ins Feld seiner Mannschaft oder zu den Grenzwächtern passen er kann jedoch nicht mehr ins Spielfeld zurückkehren. Ist der letzte Spieler abgeworfen, kommen die Grenzwächter ins Feld, die jeweils ein Leben haben. Haben diese ihre Leben aufgebraucht, so ist das Spiel zu Ende.
Kritik: fehlende Teilhabe der „Schwächeren
Völkerball wird oft kritisiert, da weniger geschickte Werfer oder Fänger nur selten den Ball zugepasst bekommen und daher nicht aktiv am Spielgeschehen teilnehmen können. Kleinere pädagogische und methodische Handgriffe reichen jedoch mitunter aus, um das Spiel für alle interessant, spannend und bewegungsintensiv zu gestalten.
Umgang mit körperlichen Beeinträchtigungen
Möglichkeiten für den Umgang mit heterogenen Leistungsvoraussetzungen sollten individuell mit der Klasse erarbeitet werden. Besteht z.B. bei einem Kind eine körperliche Beeinträchtigung, die das Ausweichen vor Bällen erschwert, kann ein „Torwart (durch ein Parteiband gekennzeichnet) unterstützen: Er darf Würfe auf das Kind abwehren und kann bei Treffern nicht ausscheiden. Befindet sich der „Torwart nicht in der Nähe des Kindes, darf dieses abgeworfen werden.
Alle Kinder einbinden: methodische Überlegungen
  • Zu Spielbeginn und bei „Anspiel nach einem Abwurf muss dreimal über das gegnerische Feld zugespielt werden.
  • Abwürfe dürfen nicht vom gleichen Spieler in Folge erzielt werden (Grenzwächter ausgenommen).
  • Ein zweiter Ball intensiviert das Spielgeschehen und kann auch schwächere, passivere Mitspieler aktivieren.
  • Abwürfe dürfen nur indirekt, also als Aufsetzer, erzielt werden, was die Angst vor „harten Treffern nimmt.
  • Mit einem roten Ball dürfen nur Mädchen abgeworfen werden, mit einem grünen Ball nur Jungen.
  • Handicaps für gute Werfer: z.B. nur beidhändige Würfe, Abwerfen mit ungeübter Hand (gerecht verteilen).
  • In jedem Spielfeld steht ein kleiner Kasten als unbewegliches Ziel für schwächere Werfer. Jedes Team bestimmt z.B. drei Spieler, die diese Hilfe in Anspruch nehmen dürfen: Wurden diese Kinder abgeworfen, dann dürfen sie schon beim Treffen des Kastens zurück in ihr Spielfeld. Natürlich können sie sich aber auch „normal freiwerfen.
Völkerballvarianten
Völkerball einmal um die Welt
  • Material: 1 – 2 Softbälle, Hütchen für das Spielfeld, Spielkarten
  • Organisation: Die drei Grenzwächter verteilen sich im Außenbereich des gegnerischen Feldes: Einer steht an der Grundlinie und je einer an den Seitenlinien. Die Lehrperson hält Spielkarten oder eine Strichliste bereit.
  • Durchführung: Wird ein Spieler getroffen, stellt er sich an der von ihm aus gesehen rechten Seitenlinie des gegnerischen Feldes auf. Der dort stehende Grenzwächter wechselt an die Grundlinie, der nächste an die linke Seitenlinie, und der letzte Spieler geht zurück ins Feld seiner Mannschaft. So sind immer gleich viele Kinder im und außerhalb des Spielfelds.
  • Jedes Mal, wenn ein Kind getroffen wurde, legt die Lehrperson eine Spielkarte an den Rand seines Spielfeldes. Nach einer vorgegebenen Zeit...

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