1. – 4. Schuljahr

Ein Interview über MOBAK 1– 4

MOBAK 1– 4 ist ein Motoriktest für die Grundschule. Wie können Lehrkräfte die Bewegungsaufgaben im Sportunterricht einsetzen und bewerten? Und welcher Nutzen ergibt sich daraus? PD Dr. Christian Herrmann von der Universität Basel gibt Antworten.

Elke Gramespacher | Sergio Ziroli
Motorische Basiskompetenzen testen
Herr PD Dr. Herrmann, SIe haben mit MOBAK 1– 4 einen Motoriktest speziell für die Klassen 1– 4 entwickelt. Worin unterscheiden sich die Aufgaben von anderen Motoriktests?
Die Bewegungsaufgaben im MOBAK-Test orientieren sich an Sport-Lehrplänen und haben dadurch eindeutigen Bezug zum Schulsport. Andere Tests wie etwa der KTK oder der M-ABC-2 sind eher im klinischen Bereich angesiedelt. Die MOBAK-Aufgaben sind außerdem so konzipiert, dass sie ohne viel Aufwand im Unterrichtsalltag einsetzbar sind, und sie haben einen hohen Aufforderungscharakter.
MOBAK steht für motorische Basiskompetenzen. Was genau versteht man darunter?
Motorische Basiskompetenzen sind beispielsweise das „Sich-Bewegen der Umgang mit dem eigenen Körper in verschiedenen Situationen, wie Balancieren oder Springen oder das „Etwas-Bewegen, wie der Umgang mit dem Ball. Motorische Basiskompetenzen können erlernt und durch Üben verbessert werden.
Und darin liegt der Unterschied zu motorischen Fähigkeiten?
Richtig. Motorische Fähigkeiten sind körperliche Zustände wie Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. Sie können trainiert, nicht aber erlernt werden.
Inwiefern sind die MOBAK-Tests für die Grundschule bedeutsam?
Kinder im Grundschulalter müssen motorische Basiskompetenzen erwerben, um in der Schule und der Freizeit allein und mit anderen Sport treiben zu können. Wer nicht lernt, mit dem Ball umzugehen, kann nur schwer an einer Ballsportart teilhaben. Daher ist es wichtig, den Förderbedarf eines Kindes frühzeitig zu erkennen damit es nicht den Anschluss verliert.
Und Ihre Testaufgaben helfen dabei, diesen Förderbedarf zu diagnostizieren?
Ja. Der MOBAK-Test liefert Sportlehrkräften Informationen über das durchschnittliche Leistungsniveau einer Klasse insgesamt, aber auch über die Kompetenzen und ggf. den Förderbedarf einzelner Kinder. Das ist gerade in großen Klassen äußerst hilfreich. Die Lehrkraft kann ihren Unterricht viel besser an die Voraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler anpassen.
Was brauchen Lehrkräfte, um die Aufgaben durchzuführen?
Dazu wird lediglich der MOBAK-14-Testkoffer (s. Abb. 1) benötigt. Dieser enthält Materialien wie z.B. Futsal oder Zielscheibe und eine ausführliche Beschreibung der Aufgaben, der Testdurchführung und -auswertung. Darüber hinaus braucht die Lehrkraft nur Geräte, die in jeder Turnhalle vorhanden sind.
Und wie läuft die Bewertung ab?
Es bietet sich an, die Aufgaben auf aufeinander folgende Sportstunden zu verteilen und im Stationsbetrieb einzeln zu bewerten. Aufgrund der einfachen Bewertung (bestanden/nicht bestanden) und der klaren Bewertungskriterien können Lehrkräfte den Test ohne großen Vorbereitungsaufwand einsetzen.
Eine spezielle Weiterbildung ist also nicht nötig?
Nein. Wer möchte, findet auf www.mobak.info eine Übersicht über alle verfügbaren Tests (neben MOBAK 14 auch MOBAK-Kindergarten und MOBAK-56) mit Fotos, Videos und Kurzbeschreibungen. Dort sind auch Publikationen und Fachartikel zum Thema motorische Basiskompetenzen aufgelistet. Der Testkoffer kann direkt bei der Hogrefe-Testzentrale bestellt werden.

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