3. – 4. Schuljahr

Patrick Singrün

Alternative Wettkampfformen in Sportspielen

Mit Heterogenität umgehen

Sieg und Niederlage sind bei Spielen im Sportunterricht aufgrund der großen Heterogenität oft vorherbestimmt. Alternative Wettkampfformen können unterschiedliche Voraussetzungen ausgleichen und so Frust vorbeugen.

Wettkämpfe sind ein genuiner, nicht wegzudenkender Bestandteil des Sportunterrichts. Sich mit anderen vergleichen, gewinnen, aber auch verlieren können: Dies sind wichtige Elemente des sportlichen Wettkampfs. Dieser Unterrichtsbeitrag zeigt anhand von zwei alternativen Spiel- und Wettkampfformen exemplarisch auf, wie durch Modifikation eine tendenziell bessere Spielbeteiligung für alle Kinder erreicht werden kann. Zudem werden Anregungen gegeben, wie ein möglichst ausgeglichenes und gutes Wettkämpfen pädagogisch verantwortungsbewusst angeleitet und reflektiert werden kann (Balz 2018).
Alternative Spiel- und Wettkampfformen
Kinder sollen lernen, wie das Wettkämpfen gut funktionieren, fair geregelt und spannend gestaltet werden kann, damit alle mit Begeisterung und Freude an einem Spiel teilhaben können. Wünschenswert ist eine Veränderung mithilfe alternativer Regeln, um Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Begabung und/oder Voraussetzung mit einzubeziehen.
Dazu bieten sich Reflexions- und Auswertungsphasen als ein grundlegendes Prinzip für Lernen und die Entwicklung von Sozial- und Personalkompetenz an. In diesen Phasen während oder gegen Ende des Unterrichts können die häufig im Sportunterricht auftretenden Probleme beim spielerischen Wetteifern thematisiert und dazu gemeinsam Regeländerungen erarbeitet werden, um das Miteinander im Team zu verbessern. Die erarbeiteten Regeln sollen immer wieder im Spiel eingesetzt werden und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit beurteilt und kriteriengeleitet reflektiert werden (Abt u.a. 2019).
Bankfußball mit „fliegendem Wechsel
Die Klasse spielt in zwei Teams auf vier Tore. Jedes Team muss zwei Tore verteidigen und kann auf zwei Tore angreifen. Es spielen immer drei Kinder pro Team gegeneinander; nach Torerfolg wird gewechselt (s. Material ). Durch diese Vorgehensweise ändern sich ständig die Teamkonstellationen, die Pausen- und Spielzeiten sowie die Gewinner und Verlierer der jeweiligen Paarungen auf dem Spielfeld (Balz 2018).
Zonenball
Beim „Zonenball (Roth/Kröger 2011, S. 86) spielen zwei Mannschaften gegeneinander (6 : 6) auf einem in drei Zonen geteilten Spielfeld (s. Abb. 1 ). Es kann Fußball auf Tore (Weichbodenmatte, kleine Matten, Turnbank etc.) gespielt werden oder der Ball wird mit der Hand gespielt mit dem Ziel, ihn an den beiden Grundlinien abzulegen.
In den beiden äußeren Feldern I und III stehen jeweils ein Abwehr- und zwei Angriffsspieler bzw. -spielerinnen (2:1 Überzahl). In diesen Feldern kann auch 3:1 oder 3:2 Überzahl gespielt werden. Im mittleren Feld II wird 3:3 Gleichzahl gespielt und das Spiel begonnen. Nach zwei erfolgreichen Pässen innerhalb einer Mannschaft darf der Ball zu den angreifenden Mitspielerinnen und Mitspielern ins andere Feld gepasst werden. Kann die Abwehr den Ball erobern, kann er bzw. sie durch ein Dribbling mit abschließendem Pass den Ball den Mitspielenden in Feld II zuspielen. Bei Torerfolg der angreifenden Mannschaft darf die Abwehr den Ball ungestört ins Mittelfeld II passen. Es ist zu beachten, dass kein Kind sein Feld verlassen darf! Außerdem darf das Feld II nicht mit langen Pässen überspielt werden, d.h. das mittlere Feld wird immer in den Angriff miteinbezogen. Es kann Fußball oder Hockey gespielt werden oder der Ball wird mit der Hand gespielt mit dem Ziel, ihn an den beiden Grundlinien abzulegen (s. Material).
Zonenball kann auch parallel mit vier Mannschaften auf zwei Feldern gespielt werden. Dann sollte man in regelmäßigen Zeitabständen die Verlierer bzw. Gewinner gegen eine andere Mannschaft spielen lassen. Nach einer gewissen Zeit sollte man Angriff- und Abwehrpositionen...

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