1. – 4. Schuljahr

Alexander Beer

Licht im Datendunkel

Datenschutz und Urheberrecht in der Schule

Wer im Unterricht mit Tablet, Apps & Co arbeitet, kommt um das Thema Datenschutz nicht herum: Welche Bestimmungen gelten etwa, wenn Videoaufnahmen gemacht werden? Oder wenn die Kinder eine App benutzen und dabei persönliche Daten eingeben? Dieser Beitrag fasst das Wichtigste für Sie zusammen.

Durch die immer größere Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten, v. a. auch Tablets, in der Schule und die Vielzahl von Apps, mit denen im Unterricht gearbeitet werden kann, stellen sich den Lehrkräften zwei wesentliche Fragen:
  • Sind all die Angebote wirklich sinnvoll, um besseren Unterricht zu machen?
  • Welche Datenschutzbestimmungen sind zu beachten? 1
Wann ist der Einsatz von Apps sinnvoll?
Die digitalen Medien sind ein wichtiger Sozialisationsfaktor im Leben der Schülerinnen und Schüler und der Einsatz einer bildgestützten Videoanalyse kann helfen, die eigene Wahrnehmung und die Fremdwahrnehmung abzugleichen. So kann etwa die Kamera-App im Unterricht eingesetzt werden, um die Medienkompetenz zu verbessern gleichzeitig ermöglicht sie die Bewegungsanalyse, was ein deutlicher Mehrwert für den Sportunterricht ist.
Datenschutz- und Urheberrecht
Grundsätzlich gilt: Je weniger Daten durch eine App oder ein Gerät erhoben werden, desto besser. Das Kultusministerium Baden-Württemberg rät: „Eine Verarbeitung von Schüler-, Lehrer- und Elterndaten darf ohne Einwilligung der Betroffenen durch die Schule nur dann erfolgen, wenn es eine legitimierende Rechtsvorschrift, z.B. für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule, zulässt (vgl. Kultusministerium Baden-Württemberg). Wichtig ist dabei zu beachten, dass ohne die Datenverarbeitung das Aufgabenziel nicht erreicht werden könnte.
Hier einige Hinweise für die Praxis:
Verwenden Sie wo immer möglich eine Anonymisierung der Benutzerzugänge. Eine Referenzliste der Zugänge zur Zuordnung der Geräte zu den Pseudonymen ist wegen der Aufsichtspflicht notwendig.
Werden personenbezogene Daten durch Dritte außerhalb der Schule verarbeitet, dann muss ein Auftrag zur Datenverarbeitung durch die Schule erfolgen. Auf der Seite http://www.it.kultus-bw.de sowie unter http://lehrerfortbildung-bw.de finden sich ein Mustervertrag sowie Hinweise des Kultusministeriums zum Thema „Auftragsdatenverarbeitung.
Daten zur ethnischen Herkunft, politischen Meinung oder Gesundheit dürfen grundsätzlich nicht auf mobilen Endgeräten verarbeitet werden.
Die Schülerinnen und Schüler unterliegen auch beim Benutzen von mobilen Endgeräten der Aufsichtspflicht durch die Schule. Dafür ist eine Nutzerordnung zwingend erforderlich. Eine Beispielnutzungsordnung finden Sie in der Linkliste.
Aktivieren Sie in den Geräten so weit wie möglich alle lokalen und sonstigen Speicherungen, z. B. Browserverlauf, Passwortspeicherung etc., um Missbrauch vorzubeugen.
Um eine möglichst große Flexibilität zwischen einer einfachen Nutzung und einer minimalen Datenspeicherung zu gewährleisten und diese zentral zu verwalten, ist der Einsatz eines Mobile-Device-Management-System (MDM) zu empfehlen.
Foto-, Film- und Audioaufnahmen
Ein besonderer Fokus sollte auf das Fotografieren und Filmen gelegt werden. Prinzipiell gilt, dass dies nur unter besonderen Rahmenbedingungen erlaubt ist. Fotos, Videos und Audioaufnahmen dürfen grundsätzlich nur mit Erlaubnis der Lehrkraft und der Einwilligung der Betroffenen gemacht werden. Ihr Einsatz ist auf den Unterricht festgelegt und spätestens am Ende des Schuljahres muss alles gelöscht werden. Das Vorführen der Aufnahmen vor Dritten ist nur möglich, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung der betroffenen Personen bzw. deren Erziehungsberechtigten vorliegt. Die Verwendung von Filmaufnahmen zur Notengebung und Leistungsfeststellung ist nicht gestattet. Zur Beratung, Verfestigung von Bewegungsabläufen oder zur Vermittlung einer Technik ist der Einsatz aber natürlich erlaubt. Um das...

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