1. – 4. Schuljahr

Meike Breuer

Tricks wie die Stars

Fußballvideos in Zeitlupe zum Nachahmen

Sieht doch eigentlich ganz einfach aus, dieser Hackentrick von Neymar oder Marozsáns Übersteiger. Doch wer das nachmachen will, muss es langsam angehen: Die Slow-Motion-Funktion einer App hilft dabei, sich den genauen Ablauf eines Tricks einzuprägen und später im Video die eigenen Fehler zu analysieren.

Aufgeregt kommen Paul, Joelina und Matteo in der Pause auf mich zu: „Frau Breuer, wir hatten gerade Mathe bei Herrn XY. In der Pause hat der uns mit dem Fußball einen Trick gezeigt den wollen wir auch lernen! Es stellt sich heraus, dass die ganze Klasse so coole Tricks lernen möchte, wie Herr XY und weltbekannte Stars sie spielen.
Coole Tricks: Videos sichten und sammeln
In der nächsten Klassenleiterstunde recherchieren die Kinder in Partnerarbeit am Tablet Fußballtricks ihrer Lieblingsstars. Finn hat zu Hause von der Idee berichtet: „Meine Mama meint, ich solle mal nach Zinedine Zidane suchen, der hat immer einen coolen Trick gemacht. Sie hat mir das schon kurz zu Hause gezeigt, das sieht echt übelst cool aus. Damit sich die Tricks nicht wiederholen, sammeln wir nach einer ersten Phase des freien Suchens Tricks von unterschiedlichen Spielerinnen und Spielern, z.B. von Dzsenifer Marozsán oder Cristiano Ronaldo. So hat am Ende jedes Paar einen Trick ausgewählt und mit diesen zwölf Tricks geht es dann in die Turnhalle.
Die Tablets vorbereiten
Die Tablets werden so vorbereitet, dass in der Sporthalle, die nicht an das schuleigene WLAN angeschlossen ist, die Videos als Lernmaterial zur Verfügung stehen. Dazu muss vorher auf jedes Tablet eine App zur Bewegungsanalyse (z.B. Hudl; kostenfrei) geladen werden. Dort kann jede Gruppe ihr Video speichern. Der Umgang mit der App ist selbsterklärend und für die Schülerinnen und Schüler in der Regel kein Problem.
Bei Tricks von Fußballern lokaler Vereine liegen oft nur Spielausschnitte vor, selten Zeitlupen. Hier wird auf aktive Fußballer/innen aus dem privaten Umfeld der Lehrkraft zurückgegriffen. So können verschiedene Perspektiven aufgenommen und markante Abläufe im Detail (z.B. nur Fuß und Ball) gefilmt werden (s. auch die fünf Videos von zwei Jungen als Downloadmaterial zu diesem Beitrag).
Fußballtricks mithilfe der App Hudl einüben
Zu Beginn der nächsten Sportstunde befassen sich die Kinder individuell mit dem Ball am Fuß. Jedes Kind dribbelt mit dem Ball zuerst frei durch die Halle, einige versuchen sich im Hochhalten oder geben Schüsse auf imaginäre Tore ab. Nach der offenen Phase sammeln die Kinder Aufgaben, z.B.:
  • den Ball mit dem „falschen Fuß führen,
  • bei Begegnungen umeinander herumdribbeln oder
  • bei Begegnung durch einen Pass (Schussbein oder Nicht-Schussbein) den Ball tauschen.
Im Anschluss spielt die Klasse in vier Kleingruppen 5er-Ball: Das Team, das es schafft, fünfmal den Ball zu passen, ohne dass die Gegner an den Ball kommen, erhält einen Punkt.
Nach der Ballgewöhnungs- und Aufwärmphase sucht jedes Paar die Abbildung „seines Fußballstars und nimmt das dazugehörige Tablet und einen Fußball. Die Kinder beginnen euphorisch zu üben. Nach kurzer Zeit fragt Dana: „Dürfen wir uns Hütchen aus dem Geräteraum holen? Das ist sonst blöd. Ich kann Susanne gar nicht gleichzeitig beobachten und den Verteidiger spielen. Ich stoppe kurz den Übungsprozess. Die meisten Kinder stimmen Dana zu und holen sich Hütchen und Stangen. Das Üben und vor allem der Austausch über gelungene oder noch zu optimierende Bewegungen werden zunehmend intensiver. Immer wieder schauen sich die Kinder die Videos an und nutzen die Slow-Motion-Funktion, um sich wichtige „Gelenkstellen des Tricks langsam und mit verbaler Anleitung des Partners anzueignen. Den Kindern ist der Umgang mit der App aus anderen Kontexten (u.a. zum Werfen) bekannt. Die Videos können beliebig oft angeschaut werden. Zudem nutzen die Kinder die App, um sich gegenseitig beim Trick zu filmen, das Video gemeinsam...

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