1. – 4. Schuljahr

Gundl Rauter

Ritter und Hofnarren

Erarbeitung eines mittelalterlichen Tanzes

Historische Themenbereiche, wie das Mittelalter, können im fächerübergreifenden Unterricht inhaltlich gut ergänzt werden. Im Sportunterricht wird dazu ein typischer Kreistanz erarbeitet.

Orientiert man sich im Fachbereich „Bewegung und Sport am Erfahrungs- und Lernbereich „Wahrnehmen und Gestalten, so lassen sich viele Einheiten mit unterschiedlichsten Themenbereichen erarbeiten. Diese können fächerübergreifend im Sachunterricht ergänzt werden. So können z.B. im Lernbereich „Rhythmischer Tanz mittelalterliche Tänze gemeinsam choreografiert und im Sachunterricht dazu an Themen wie Burgen und Schlösser, Ritter und Burgfräulein geforscht werden. Diese Perspektive ermöglicht den Kindern einen Blick in vergangene Zeiten. Der Lebensraum „Burg wird mit der Aktivität „Tanzen verbunden. So erleben die Kinder in der körperlichen Auseinandersetzung einen Teil der Geschichte.
„Das Mittelalter im Sachunterricht
Zunächst erarbeiten die Kinder das Leben der Menschen in den Burgen, dokumentieren mögliche Tagesabläufe und bauen deren Lebensräume im Klassenzimmer nach. Dabei lernen sie Hintergründe, Ereignisse und Entwicklungen aus dieser Zeit kennen und informieren sich über die Bedürfnisse und Lebensumstände der Menschen damals. Dazu werden in Kleingruppen mit Informationstexten einige Themenbereiche bearbeitet und im Anschluss präsentiert, z.B. die Bestandteile und den Aufbau einer (Wehr-)Burg, die gesellschaftliche Ordnung im Mittelalter und das tägliche Leben auf einer Burg.
„Das Mittelalter im Sportunterricht
In der Sporthalle wird ein mittelalterlicher Kreistanz einstudiert (s. auch Streb 2012). Im Fokus steht die klar strukturierte Schrittfolge zu einem mittelalterlichen Musikstück.
In einer Aufwärmphase lernen die Kinder das „Sich-Bewegen zu einer stark reduzierten Musik, z.B. mit Trommel und Dudelsack, kennen. Sie werden in „Ritter oder „Hofnarren eingeteilt und bewegen sich zu entsprechender Musik durch die Sporthalle. Dafür eignen sich mittelalterliche Musikstücke im 4/4-Takt, z.B. Medieval Music „Three Basse Dance (http://www.youtube.com/watch?v=PCq-hEOKorI), „Ductia aus dem 13. Jahrhundert (https:www.youtube.com/watch?v=wa0IN02qoJI) oder Medieval Music „Saltarello Trotto (II) (www.youtube.com/watch?v=g_7gdeIOaL0). Bei einem Musikstopp bleiben die Kinder stehen, die Lehrkraft hält ein vorbereitetes Schild, z.B. „Ritter, in die Höhe. Nun versuchen die „Ritter, die „Hofnarren zu fangen. Wer gefangen wird, wird in den „Tanzsaal gebracht. Dies kann eine Matte oder ein markierter Kreis in der Hallenmitte sein. Das Spiel geht weiter, wenn die Musik wieder einsetzt.
Um den Rhythmus dieser 4/4-Takt-Musik noch mehr zu verinnerlichen, bekommen die Kinder in einem zweiten Spiel die Aufgabe, eigene Bewegungsideen zu entwickeln. Dazu laufen sie durch die Sporthalle. Auf ein Signal bleiben sie stehen und die Lehrkraft nennt eine Person aus dem Mittelalter, z.B. Ritter, Hofnarr, Burgherrin, Handwerker. Dann ertönt wieder die Musik und die Kinder versuchen, nach eigenen Vorstellungen ihre Schrittfolge allein oder paarweise der Musik anzupassen und in die Rolle der genannten Person zu schlüpfen.
Die Erarbeitung des Tanzes erfordert eine klare Strukturierung der Tanzabfolge. Die Tanzphasen (Erarbeitung Teil A, Teil B, Teil C) werden einzeln geübt und dann zum Gesamttanz verbunden. Es ist ein klassischer Kreistanz und kann je nach Situation verändert werden:
Die Kinder werden in je zehn „Innenkreiskinder und „Außenkreiskinder eingeteilt (s. Abb. 1 ) . Zuerst stellt sich der Innenkreis auf. Als Orientierung empfiehlt sich die Aufstellung am Mittelkreis einer Sporthalle, die Aufstellungspunkte der Kinder werden mittels Teppichfliesen markiert. Dann stellen sich die Außenkreiskinder um den Innenkreis. Der Innenkreis dreht sich zum Außenkreis, die Tanzpaare schauen sich an. Der Außenkreis beginnt den Tanz immer...

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