1. – 4. Schuljahr

Bettina Spiccia

Bewegung mit und durch Musik

Rhythmik im SportunterrichtSich rhythmisch zu bewegen, macht Kindern Spaß und ermöglicht viele neue Körpererfahrungen. Musik motiviert und unterstützt, hier setzt die Rhythmik an .

Musik ist vielfältig wirksam und bewegungsanregend sie animiert zum Laufen, Hüpfen, Gehen, Schleichen etc. Sie entsteht, wenn Kinder singen und/oder auf Instrumenten oder anderen Gegenständen spielen und kann auch von Tonträgern kommen. Musik, die emotional anspricht, hat einen hohen Aufforderungscharakter. Im Grundschulsport bildet Musik eine niederschwellige Option, um auch eher bewegungsscheue Kinder in Bewegung zu bringen.
Die Entwicklung der Rhythmik
Die Entwicklung der Rhythmik
Die Rhythmik begründet hat der Genfer Musikpädagoge Emile Jaques-Dalcroze (1865 – 1950), der die Wechselbeziehung zwischen körperlichem und musikalischem Rhythmus zur Grundlage seiner pädagogischen bzw. künstlerischen Arbeit machte. Diese Methode, kurz „Rhythmik genannt, bedeutet Bewegung und Musik in ihrer Verbindung. Das Prinzip „Erleben Erkennen Benennen steht im Zentrum. Ziel ist es, Handlungsfelder zu ermöglichen, welche die Wahrnehmung sensibilisieren, Sozial- sowie Sprachkompetenz fördern und Möglichkeiten eröffnen, Persönlichkeit und Kreativität zum Ausdruck zu bringen.
Bewegung und Musik im Dialog
Bewegungsbegleitung mit Musikinstrumenten
Ein aktives, selbsttätiges Musizieren der Kinder mit Instrumenten ist besonders wertvoll. Bezüglich ihrer Bewegungsqualität erwerben sie eine auditive Reflexionskompetenz und ihre Musikalität wird durch die Bewegung weiterentwickelt (Schwarz 2018, S. 53). Mögliche Instrumente sind Tamburin, Schlaghölzer und Xylophon. Die improvisierte, spontane Form der Bewegungsbegleitung durch Musik unterstützt die Bewegung auf zwei Arten:
  • Die Musik folgt der Bewegung.
  • Die Musik führt und beeinflusst die Bewegung.
Meist treten die begleitende Musik und der sich bewegende Mensch in einen Dialog (Bankl 2009, S. 107). Das sich bewegende Kind gibt Impulse für die Begleitung und die Musizierenden geben Impulse für die Bewegung. Umgesetzt wird dies in Tandems (ein Kind bewegt sich, ein Kind musiziert) oder in Gruppen: Ein Kind bewegt sich, mehrere Kinder musizieren dazu (s. Abb. 1). Der Arbeitsauftrag könnte lauten: „Beobachtet genau, wie sich das Kind bewegt und versucht, alle Bewegungen auf eure Instrumente zu übertragen. Spielt, was ihr seht. Mögliche Hilfestellungen sind:
  • „Wann beginnt es sich zu bewegen und wann hört es auf?/Sind die Bewegungen stetig oder unterbrochen? (Parameter Zeit)
  • „Sind die Bewegungen eher klein oder groß? (Parameter Raum)
  • „Sind die Bewegungen eher schwer oder leicht? (Parameter Kraft)
  • „Sind in den Bewegungen Wiederholungen, vielleicht Muster, erkennbar? (Parameter Form)
Fortbewegungsarten und deren Rhythmus
Die fünf Grundfortbewegungsarten in der Rhythmik sind: Gehen, Laufen/Springen, langsames Schreiten, Galoppieren und Hopsen. Ein schleichender Fuchs klingt anders als eine watschelnde Ente. Die Bewegungen haben verschiedene Charaktere, unterscheiden sich in Dynamik und Tempo. Wenn Kinder die Gangarten von Tieren imitieren, müssen sie ihre Bewegungen deren Charakteren anpassen. Impulse geben Bilder, die ein Tier in seiner Fortbewegungsart zeigen. Die Kinder imitieren diese.
So werden die in der Rhythmik wichtigen Gestaltungsparameter Zeit, Raum, Kraft und Form erlebbar. Innerhalb dieser werden Polaritäten herausgearbeitet und differenziert, die Bewegung der Kinder gewinnt an Qualität, sie können gezielt gestalten:
  • Zeit, z.B. langsam schnell: Das Faultier geht gemütlich, das Reh rennt flink.
  • Raum, z.B. oben unten: Der Frosch hüpft nach oben, der Storch schreitet mit den Beinen nach unten.
  • Kraft, z.B. stark schwach: Das Pferd galoppiert laut, der Fuchs schleicht behutsam.
  • Form, z.B. Ablauf: Die hungrige Katze sichtet eine Maus, duckt sich, geht sechs Schritte auf allen Vieren, macht einen Satz und packt die...

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