1. – 4. Schuljahr

Uta Lindemann

Wieder fit in nur fünf Minuten!

Schnelle Pausen im Unterricht

Kurze und abwechslungsreiche Bewegungspausen unterbrechen den Unterricht und führen dazu, dass sich alle im Anschluss wieder gut konzentrieren und weiterarbeiten können.

Immer mehr Schulleitungen sowie Lehrerinnen und Lehrer erkennen, dass Bewegung erhebliche Bedeutung für die psychomotorische, kognitive und emotional-soziale Entwicklung der Kinder sowie für die Prävention im Kindesalter hat und einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung des schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrags leisten kann. Diese Erkenntnis wird u.a. durch Ergebnisse der Neurowissenschaften, Gesundheits- und Schulentwicklungsforschung gestützt (vgl. Brägger et al. 2019). Sehr umfänglich werden diese Erkenntnisse bislang im Bereich der Grundschulen umgesetzt (vgl. Pahmeier/Lindemann 2017).
So scheint die Idee der „Bewegten Schule zwar in der Schule und im Untericht angekommen, aber zweifelsohne noch ausbaufähig zu sein, denn die Implementation der Idee der Bewegten Schule zielt nicht zuletzt auch auf die Qualitätsentwicklung der Schulen ab (vgl. Brägger et al. 2019).
Die Bewegungspause im Unterricht
Bewegung als entspannendes und lernförderndes Element lässt sich nicht immer in Verbindung mit den jeweils behandelten Inhalten oder mit der Auswahl bewegungsaktiver Methoden sichern. Dennoch können kurze Bewegungspausen den Unterricht auflockern, nachlassende Konzentration wieder aufbauen und den Unterricht rhythmisieren (s. auch das Poster in Grundschule Sport, Ausgabe 16/2017).
Eine kurze Unterbrechung, die für Bewegungspausen genutzt wird, setzt Zäsuren und ist keine verlorene Zeit. Vielmehr erleichtert sie den nachfolgenden Unterricht, weil die Schülerinnen und Schüler wieder lernbereiter und aufnahmefähiger werden. Bewegung gibt den Kindern Spielraum, um einen eigenen Rhythmus und somit die Balance zwischen zu schwierigen und zu langweiligen Herausforderungen zu finden, die erfolgreiches Lernen unterstützt.
Doch die bloße Aktivierung von Bewegungszentren im Gehirn reicht nicht aus, um Lernprozesse zu verbessern. Vielmehr kommt es darauf an, Aufmerksamkeit zu fokussieren, ablenkende Reize abzuschwächen und so eine intensive und herausfordernde Beschäftigung mit dem Lerngegenstand zu ermöglichen (vgl. Hundeloh et al. 2015). Systematisch lassen sich Bewegungspausen in diese drei Bausteine einteilen: Übungen zur Aktivierung, Konzentration und Entspannung (s. auch beiliegende Materialkarten ).
Aktivierungs-, Konzentrations- und Entspannungsübungen
Aktivierungsübungen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Betriebsamkeit aus. Deshalb kann es sein, dass sie beim erstmaligen Einsatz im Unterricht „eskalieren aber es lohnt sich, dies einmal auszuhalten (s. Abb. 1 ). Oft lässt sich erst bei Wiederholungen erkennen, ob die Übung für die jeweilige Klasse geeignet ist. Manchmal sind aktivierende Übungen nicht trennscharf von Konzentrationsübungen abzugrenzen bei der Aktivierung geht es ausschließlich darum, wach und bereit zu werden oder darum, eine angespannte Situation, z.B. nach einer anstrengenden Arbeitsphase oder Klassen-arbeit, aufzulockern und Stress abzubauen. Welche Übung zu welchem Zeitpunkt die richtige ist, zeigt sich im Tun.
Bei Konzentrationsübungen handelt es sich um kombinierte Bewegungen, die jede einzeln für sich einfach durchzuführen ist, die im Zusammenspiel jedoch eher kompliziert sind und ein hohes Maß an Konzentration erfordern. Diese Übungen schaffen neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen. Je mehr solcher Vernetzungen angelegt sind, desto höher sind Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns (Lutz 2017). Das Ausführen von ungewohnten Bewegungen fördert die Plastizität des Gehirns es wird „freigeräumt und ist anschließend bereit für kognitive Aufgaben.
Entspannungsübungen können in verschiedenen Zeitfenstern des Schulbetriebs stattfinden. So kann die Klasse den...

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