1. – 4. Schuljahr

Petra Vogel-Deutsch

Gut in Szene gesetzt

Akrobatik inszenieren

Kinder freuen sich, wenn sie nach vielem Üben und Ausprobieren ihr Können in einem geeigneten Rahmen präsentieren können. Die Akrobatik mit ihren Zirkuselementen bietet hier naturgemäß viele Anknüpfungspunkte und auch turnerisch weniger begabte Kinder können in eine solche Vorführung mit wichtigen Aufgaben eingebunden werden.

Im Schulleben gibt es viele Anlässe, zu denen sowohl Kinder als auch Lehrkräfte das erworbene Bodenakrobatik-Können präsentieren und in Szene setzen möchten. Zumeist wird die prozess- und produktorientierte unterrichtliche Arbeit von vielen Bildungschancen begleitet (s. hierzu Grundschule Sport, Menze-Sonneck 2/2014 und 6/2015; Freytag 14/2017). Bei der methodischen Ausgestaltung einer Akrobatikinszenierung stehen Fragen nach Medien, Materialien, Übungszeitpunkten, der Übungsdauer sowie der thematischen Einbindung im Mittelpunkt. Nicht zuletzt gilt es, für die Inszenierung einzuladen.
Thematische Einbindung die Idee
Ähnlich wie bei einem Musical oder einer Theateraufführung ist die Story d.h. der Inszenierungsrahmen einerseits für die Turnenden selbst und andererseits für die Wirkung bei den Zuschauenden von entscheidender Bedeutung. Ist der thematische Rahmen vereinbart, führt dies zu einer stärkeren Identifikation der Turnenden mit der Aufgabe. Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit der Zuschauenden durch den gesetzten Rahmen stärker zentriert. In Klassenratsstunden kann über mögliche thematische Ideen, die sowohl von Kindern als auch von Lehrenden eingebracht werden, debattiert werden. Thematische Ideen sind z.B.:
  • Zirkusakrobaten, die zu aktueller Musik Dreier-, Sechser- oder Zehner-Pyramiden mit vierten Schuljahren auch Klassenpyramiden entstehen lassen.
  • Verkleidete Weihnachtsmänner, die „Pakete, die in Tanzsäcken stecken, als Gruppenpyramide stapeln.
  • Ein Zauberer, der hinter einem vorgehaltenen Sichtschutz neue Akrobatikfiguren entstehen lässt. Dieser fokussiert die Aufmerksamkeit insbesondere dann, wenn die Pyramiden plötzlich an unterschiedlichen Stellen des Vorführungsraums gebaut werden.
  • Im Rahmen des Sportunterrichts können Akrobatikfiguren inklusive der notwendigen Sicherheits- und Gesundheitsregeln auch unter der Frage: „Welche Bodenakrobatikform passt zu Spiderman, Prinzessinnen, Tieren oder Cowboys und Indianern? einstudiert werden.
Differenzierte Übungszeit
Die Differenzierung nach Niveau und Zeit ist erforderlich, um eine individuelle Förderung zu ermöglichen, auch beim Einstudieren des Auf- und Abbaus der Figuren und aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen. Kinder mit weniger Vorerfahrungen im Turnen benötigen oft mehr Übungszeit, das beginnt schon beim Thema Körperspannung (s.a. Beitrag Sabine Gabi). Darum sollten vor einer Akrobatikeinheit Bewegungspausen im Klassenzimmer mit Bewegungsaufgaben zur Körperspannung durchgeführt werden (Stopp-Tanz, Einfrieren als Fußballfan …).
Die Vorbereitungsdauer auf eine Präsentation kann unterschiedlich lang sein. Während die eine Gruppe noch an den Akrobatikfiguren feilt, können andere Kinder mit neuen Bewegungsaufgaben gefordert werden. Übungszeitpunkte können, sofern die Sportlehrkraft auch in weiteren Fächern die Klasse unterrichtet, auch außerhalb der Sporthalle stattfinden, mit einer Folie und darauf ausgelegten Turnmatten sogar auf dem Schulgelände außerhalb des Gebäudes. Auch andere Funktionsräume (z.B. Aula, die Räumlichkeiten des offenen Ganztags) bieten Platz für Akrobatikfiguren, wenn genügend Abstand zu Wänden und Heizkörpern gegeben ist. Bei möglichen Stürzen darf die Wand nicht berührt werden.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der Aufsicht. Im Rahmen des Team-Teaching würden wir hier von der Form des Station-Teaching oder der Form des Parallel-Teaching sprechen. Bei alleiniger Unterrichtsführung kommt es auf die Organisation des Lernens an. Wird beispielsweise mit Arbeitsplänen und...

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